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Crazy Horse Ride 2008

CHR08

White Clay/Nebraska - Ich sitze neben meinem Buddy Wayne Yankton, der inzwischen stolzer Besitzer eines eigenen Pickups und eines neuen Pferdetrailers ist. Wir bringen unsere 5 Pferde vom Pine Ridge Reservat nach Fort Robinson in Nebraska. Dort startet auch in diesem Jahr - bereits zum 11 Mal - der Gedenkritt zu Ehren von Tashunka Witko (Crazy Horse - bzw. genauer: His Horse is crazy) und allen indianischen Kriegsveteranen. Ich hatte im Vorjahr mein Commitment gegeben auch beim nächsten Mal wieder dabei zu sein - o.k. here I am.

Von Süd-Westen zieht ein schweres Gewitter auf, die Luft ist elektrisiert - die Wakinyans oder „Thunder Beings“ sind mit uns. Diesmal mit von der Partie sind meine Frau Stefanie und meine 5 jährige Tochter Anais Lucia - beide schon mächtig aufgeregt. Allerdings reiten sie nicht mit uns, sondern stellen mein Support-Team auf vier Reifen.

Rosie Freier vom Singing Horse Trading Post in Manderson leiht mir auch dieses Mal wieder eines ihrer Pferde. Lucky Girl ist eine 4 jährige Painstute und wurde erst im Herbst auf Cowboy Art für ein paar Tage angeritten. Sie testet mich erstmal auf ihre Weise - ihr Vater war ein professionelles Bucking Horse - sehr zur Freude der anwesenden Lakotajungs natürlich, die den Wasichu gerne mal im Dreck sehen würden. Ich tue ihnen diesen Gefallen aber nicht und kläre freundlich aber konsequent unsere Unstimmigkeiten.

Die Reiterei ist wieder recht wild und wie schon im Vorjahr gibt es wieder Stürze aber diesmal gottlob keine ernsthaften Verletzungen. Wir schlagen unser Nachtlager im Fort auf. Meine beiden Damen ziehen allerdings bei heftigen Hagelschauern und Gewitter das einigermaßen sichere Auto unserem kleinen Zwei-Mann-Zelt vor. Ich habe noch ein gutes Gespräch mit dem Elder Ely Tail und treffe einige alte Bekannte vom Vorjahr wieder. In der benachbarten Arena gibt es ein kleines Country Rodeo, das allerdings wegen des miesen Wetters nicht lange dauert. Am ersten Tag geht es die 35 Meilen nach Chadron/Nebraska, die härteste und zugleich landschaftlich am wenigsten interessante Etappe.

Die Nacht verbringen wir im Rodeo Gelände von Chadron und tags darauf geht es weiter zum Beaver Wall Camp, einem beliebten Sommerlagerplatz von Crazy Horse und seiner Sippe. Bis hierhin macht auch das Wetter noch mit, doch dann fängt es auch schon an zu Regnen. Die lokalen Radiostationen senden Severe Thunderstorm Warnings für die Gegend und der Platz verwandelt sich sehr schnell in ein einziges Schlammloch. Daher gibt es in den beiden Nächten im Camp auch kaum Tänze und Musik und die Leute verziehen sich in Ihre Zelte, sofern sie nicht nach Hause fahren. Meine Mädels tun das auch. Nachdem Anais „the runs“ kriegt bringe ich die beiden nach Hause und kehre alleine zurück.

Am letzten Tag dann 9 Stunden im Sattel durch den strömenden Regen. Ich bin komplett durchnässt aber stolz und glücklich als wir schließlich mit 160 Reitern endlich in Pine Ridge ankommen. Die Einwohner von Pine Ridge sowie die stolzen Eltern und Grosseltern der Kinder und Jugendlichen stehen am Straßenrand und begrüßen ihre müden und triefend nassen Krieger.

ANDREAS BAUMANN

 

Kurzbericht vom Crazy Horse Ritt 2008 als PDF Download

 

 
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