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Der "Little Big Horn Ritt"

The battle of greasy grass

Der "Little Big Horn Ritt" vom 20. - 26. Juni 2010 im Staat Montana.

Einleitung

Es gibt eine ganze Menge von Geschichten über die Schlacht am Little Big Horn, uns werden diese Legenden erzählt, während wir aufwachsen. Sie sind ein wichtiger Teil unseres Wiederauflebens, zu erkennen wer wir sind. Wir müssen uns daran erinnern, dass wir die Erstgeborenen in diesem Land sind. Als keine richtigen Amerikaner mussten wir erfahren, wie es ist, unter dem Druck von Gier und Besatzung gezwungen zu sein, ein Teil dieser ungeliebten Gesellschaft zu werden.

Man muss sich mit der Geschichte auseinandersetzen um sich von denen zu unterscheiden, die vergessen haben. Die eine Identität angenommen haben, die nicht die eigene ist, die sie aber dennoch stolz als "uramerikanisch" ausgeben. Die Schlacht war ein Überlebenskampf gegen die Politik der Vereinigten Staaten, die zum Ziel hatte, die indianischen Stämme von ihrem angestammten Land zu vertreiben. Wir reiten daher für unsere Ehre als menschliche Wesen und im Andenken an all jene, welche während in der Schlacht ihr Leben ließen. Für diese Generationen, die nicht mehr unter uns weilen und sehen können, was ihr Aufbegehren gegen die US Armee und Regierung für uns heute Lebende verändert hat.

20 Juni 2010

Heute ist der erste Tag unserer Reise nach Ashland Montana, wo wir einen alten Freund Dan Carlson und seine Familie treffen werden, die uns in den letzten 3 Jahren immer einen Platz zum zelten auf ihrem Land zur Verfügung stellten. Dan freut sich jedes Mal über ein Wiedersehen und kümmert sich um das gemeinsamen Essen und die Zusammenführung der Leute.

Am Nachmittag

Es ist ein aufregender Tag für Pferde und Reiter, die unterwegs sind zu "Sharps Corner" in South Dakota. Ich bin ein wenig spät dran, die älteren Teilnehmer kriegen noch einen "Kaffe für unterwegs" - ich gehöre ja auch schon zu denen kommt mir da in den Sinn. Ich habe meinen Enkelsohn Davis Yellow Bull mit dabei, den ich und meine Frau Dolores aufziehen seit er 17 Tage alt ist. Nun reitet er sein Pferd "Little Red", der schon einige Male mit dabei war auf dem Little Big Horn Ritt. Es war eine gute Wahl für Davis, da der "kleine Rote" recht unerschrocken ist und sich durch kaum etwas aus der Ruhe bringen lässt. Der Ritt würde eine gute Erfahrung für Davis werden. Er ist ziemlich aufgeregt als wir uns fertig machen und er fragt "sind wir schon in Montana?"

Jetzt ergeht das Signal zum Aufbruch, es ist an der Zeit auf die Straße zu kommen und jeder der einen Pferdetrailer fährt weiß, dass Marvin Goings - ein älterer Reiter - heute die Führung in Richtung Montana übernimmt. Unsere Verwandten erinnern uns daran vorsichtig zu fahren und geben uns ihren Segen mit auf die Reise.

Es ist ein guter Tag. Wir positionieren Fahrzeuge, deren Beleuchtung nicht richtig funktioniert in der Mitte unseres Konvois und machen uns auf Konfrontationen mit der South Dakota Highway Patrol und lokalen Ordnungshütern gefasst, da wir nun im Begriff sind, das Pine Ridge Indianer Reservat verlassen. Unsere Stammespolizei kommt noch vorbei und gibt uns gute Ratschläge mit auf den Weg. Die gilt es zu beherzigen, da wir unterwegs Menschen treffen könnten, die noch immer in Erinnerung an die Indianerkriege glauben, dass wir grundsätzlich schlechte Menschen wären. Wir sind guter Ding und werden zusammenhalten - im wahrsten Sinne des Wortes - wenn es zu einem unerwarteten Stop kommen sollte, werden wir gemeinsam anhalten. Wir nehmen uns vor, aufeinander aufzupassen, ein jeder wird nach dem anderen schauen, vor allem auch nach den Schlusslichtern am Ende unseres Konvois.

Wir sind in der Nähe von Rapid City South Dakota, als der Pferdehänger am Führungsfahrzeug, gesteuert von Marvin Going, einen "Platten" hat. Alle halten an und eine junge Dame übernimmt den Reifentausch. Shorty Brewer bemerkt hierzu noch “Schaut euch doch bloß mal all diese Krieger an, wie sie da herumstehen”.

Der Reifen des Trailers ist repariert und Marvin muss noch zu Wal-Mart, während der Rest der Truppe an einem Truck Stop namens "Flying J" ein Stück westlich von Rapid City wartet.

Während unseres Aufenthalts bei "Flying J" werden noch Lichter und Scheinwerferscheiben repariert, um uns weitere Stops unterwegs zu ersparen. Das dauert ungefähr eine Stunde und dann verlassen wir endlich die Rastanlage.

Der nächste Halt heißt Bell Fourche South Dakota, wo wir abermals tanken, denn es ist noch eine lange Fahrt bis Broadus und dann weiter nach Ashland in Montana. Beim nächsten Stop gibt es Sandwiches und Wasser für die komplette Mannschaft. Dann halten wir wieder gemeinsam auf einem Parkplatz vor einem Parmida Store, während einige Jugendliche Marvins Pferde entladen, denn der Reifen seines Trailers muss erneut geflickt werden.

Auf dem Weg nach Broadus braut sich im Westen ein Gewitter zusammen und ausgerechnet jetzt verliert Marvins Reifen schon wieder Luft. Aufgrund von heftigem Regen und Hagel kommen wir nur sehr langsam voran aber es geht weiter. Für einige Meilen heißt es “ Montana oder Scheitern”. Wir gewinnen wieder an Fahrt, Stoßstange an Stoßstange. Wir müssen durch Hochwasser, welches den Highway überflutet, aber wir meistern auch diese Situation ohne weitere Pannen.

Schließlich erreichen wir Ashland, es klart auf und Dan Carlson erwartet uns. Die Pferde kommen auf Koppeln und wir schlagen unser Nachtlager auf. Ich begrüße Dan und überreiche ihm, wie es Brauch ist, ein Messer als Begrüßungsgeschenk, worüber er sich sehr freut.

Ein Gebet wird gesprochen zum Dank für die Verpflegung und für alle Teilnehmer, die sich auf dem Zeltplatz befinden, während des Essens wird gesungen. Die Musik ist toll und ich bekomme eine Vorstellung davon, wie es wohl gewesen sein muss, damals in den Hügeln von Montana - zusammen mit unseren Verbündeten den Cheyenne. Hau ho!

Jetzt ist es an der Zeit, die Kleinen zu Bett zu bringen. “Wopila" für diesen guten Tag.

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Von WENDELL YELLOW BULL - Übersetzung Andreas Baumann

 
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